Jahreshauptversammlung des FSH

Modernes Informationsentertainment für Aufstellunternehmer

Wenn der Fachverband Spielhallen e.V. (FSH) zur Jahreshauptversammlung einlädt, dann ist Unterhaltung garantiert. Dass Informationsvermittlung auf vielfältige Weise geht, bewies der FSH abermals zu seiner Mitgliederversammlung am 03. Dezember 2015 im Crowne Plaza City Center in Berlin.

Die Versammlung wurde von einer umfassenden Vorstellung der Fördermitglieder vor, während und nach der Veranstaltung umrahmt, so dass der verbandspolitisch interessierte Unternehmer in jedem Fall auch für sein Geschäft Anregungen mit nach Hause nehmen konnte.

Um 11:00 Uhr begann der interne Teil der Versammlung mit dem Bericht der Geschäftsführerin des FSH, Jasmine Rohde. Sie informierte über die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015, wertete die Nutzung des Moduls zur Belastbarkeit von Spielhallen durch die Mitgliedsunternehmer aus und informierte über unternehmerrelevante Fragen zu Sperrzeiten und Feiertagen. Auch Verbandsinfos wie der Relaunch der FSH-Homepage und Termine waren Gegenstand ihres Vortrages.
Der Schatzmeister des FSH, Karl Weber, stellte daraufhin seinen Kassenbericht vor und schließlich wurden Vorstand und Schatzmeister für das Jahr 2015 entlastet.

Mit Spannung wurde die Wahl des neuen Vorstandes erwartet. Hierzu konnte Petra Schwarz, die versierte und charmante Moderatorin des Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB), gewonnen werden. Zur Wahl standen:

  • Frank Waldeck als 1. Vorsitzender
  • Andreas Braun als stellvertretender Vorsitzender
  • Jean Pierre Berlejung als stellvertretender Vorsitzender
  • Karl Weber als stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister
  • Heinz Baße als Beisitzer
  • Gundolf Aubke als Beisitzer
  • Max Herbert Krumme als Beisitzer
  • Marcus Seuffert als Beisitzer
  • Dirk Fischer als Beisitzer

Außerdem wurden Tobias Schneegans, Mark Hinterholzinger und Olaf Lücker in den Schlichtungsausschuss gewählt.

Die Mitgliederversammlung gab mit großer Mehrheit den Kandidaten ihr Votum.

Nach der Mittagspause folgte der öffentliche Teil der Versammlung.
Frank Waldeck, 1. Vorsitzender des FSH, spannte in seiner Rede den Bogen von der Positionsfindung in der Automatenwirtschaft über die Themen Automatenregister, Zutrittsalter, Zertifizierung, Vergnügungssteuer bis hin zur Stärkung des Mittelstandes.
Waldeck begrüßte den Vorstoß des Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA), das Thema Positionierung zu branchenspezifischen Themen auf die Agenda der deutschen Automatenwirtschaft zu setzen. Schwerpunkte sind seiner Meinung nach die Themenfelder betriebswirtschaftliche Aspekte, Jugend- und Spielerschutz, Zertifizierung, Vollzugsdefizit und Gastronomie, auf die Waldeck im Folgenden noch dezidierter einging.

Im Anschluss an diesen Überblick stellte der 1. Vorsitzende des FSH die Gedanken der FSH-Führung zum Thema Automatenregister vor. Das Automatenregister habe zum Ziel eine zentrale Gerätedatenbank mit der Registrierung aller PTB-Geräte aufzubauen und soll den Vollzug mit der einfachen Identifikation illegaler Geräte unterstützen.
Waldeck äußerte dazu die Bedenken des FSH und bot gleichzeitig eine alternative Lösung: Die Geeignetheitsbescheinigung. Hierbei soll durch Geeignetheitsplaketten preiswert umsetzbar und gut sichtbar die Legalität des Aufstellortes dargestellt und schließlich die Aufstellung von Fremdgeräten verhindert werden.

Auch mit den Themen Zutrittsalter ab 21 Jahren und Zertifizierung setzte sich Waldeck auseinander und beleuchtet in seinen Ausführungen unter anderem auch die Pros und Kontras der Zertifizierung von Spielhallen. Hierbei machte er den Mitgliedsunternehmen deutlich, warum der FSH-Vorstand von seiner bisher vertretenen Meinung ein Stück weit abrückt und sich zur Zertifizierung zwar weiter kritisch aber keinesfalls ablehnend verhält.
Hinsichtlich juristischer Verfahren gegen die Vergnügungssteuer motivierte er die Unternehmer in ihren Einzugsgebieten potenzielle Klagemöglichkeiten zu eruieren.

Einen interessanten Vortrag lieferte auch der Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverband (DZV), Jan Mücke. In seinen Ausführungen ging er auf die Entwicklung der Tabakregulierung ein, die ähnlich wie in unserer Branche, nötig aber unverhältnismäßig streng ist. Die Regulierungswut der deutschen Politik ist letztlich kein Garant dafür, dass ein wirksamer Verbraucherschutz umgesetzt werden kann, vielmehr bewirkt die „Rasenmäher Methode“, dass der illegale Markt boomt während das legale Angebot reduziert wird.

Auch bei dieser FSH-Versammlung wurde eine Talkrunde durchgeführt. Diesmal moderierte Petra Schwarz eine Juristendiskussion unter dem Motto: „4 Juristen 5 Meinungen.“ Teilnehmer waren RA Dr. Damir Böhm, RA Prof. Dr. Florian Heinze, RA Tim Hilbert und RA Hendrik Meyer. Die vier führten eine Stunde lang ihre Bewertungen, Ansichten und Erkenntnisse zur aktuellen rechtlichen Situation aus. Entgegen des vermuteten Titels des Tagesordnungspunktes waren sich jedoch im Grundsatz die vier Juristen in ihren Einschätzungen in wesentlichen Zügen einig. Themen waren Härtefallregelung, kompetenzrechtliche Fragestellung sowie die Zukunft nach dem Glücksspielstaatsvertrag.

Ein Höhepunkt der Versammlung waren die Ausführungen von Prof. Dr. Jo Reichertz, Soziologe und Kulturwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen. Er legte die Erkenntnisse seiner vor wenigen Jahren durchgeführten Studie unterhaltend und interessant den Mitgliedsunternehmern dar und ging dabei auf die sozialgeschichtlichen und soziokulturellen Aspekte des Glücksspiels am Automaten ein. Grundsätzlich ist das Spiel in Spielhallen auf Wiederholung angelegt. Im Gegensatz zum Spielen in einem Casino bietet jedoch das Spielen am Automaten in einer Spielhalle nicht die Möglichkeit, sein Schicksal zu entscheiden und das Leben durch den einmaligen großen Wurf zu verändern, sondern ist eher auf das serielle angelegt. Dies ist ein zentraler Unterschied zum Casino- und Lotto-Spiel. Zwar geht es bei all diesen Spielformen um relativ kleine Einsätze und auch um Wiederholung, dennoch hofft kein Spieler in der Spielhalle darauf, dass er durch eine einzige glückliche Konstellation auf einen Schlag Millionen Euro gewinnt und sein Leben von da an in neuen Bahnen verläuft.
Interessant waren auch die unterschiedlichen Spielertypen, die Reichertz in seinem Vortrag aufführte. „Das Spiel an sich macht den Reiz des Automatenspiels aus.“ so der Wissenschaftler.

Pünktlich um 18:00 schloss Frank Waldeck die Veranstaltung und die Mitglieder machten sich bald auf den Weg zum Abendessen in das Berliner In-Restaurant „Sage“, um nach einem hervorragenden Dinner einen besonderen Abend im Burlesque Club Prinzipal in Kreuzberg zu erleben. Als Fachverband des BA bietet der FSH seinen Mitgliedern ein wirklich ansprechendes Veranstaltungsformat.

Beste Grüße

Simone Storch
Geschäftsführerin

 

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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