JHV des NAV

Hohe Informationsdichte und hervorragende Referate für die Mitglieder des NAV zur Jahreshauptversammlung

Am 21. Juli 2015 beendete der Nordwestdeutsche Automaten-Verband e.V. (NAV) die Frühjahrs- und Sommer-Saison der Jahreshauptversammlungen der Mitgliedsverbände des Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA).
 
Der Einladung des neu gewählten 1. Vorsitzenden des NAV, Detlev Graß, folgten eine große Zahl der Mitglieder des Landesverbandes und eine Reihe von wichtigen Gästen.  So konnten unter anderem der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Automatenindustrie e.V. (VDAI), Paul Gauselmann, aber auch BA-Präsident Thomas Breitkopf sowie die BA-Vorstandsmitglieder Gundolf Aubke und Heinz Baße begrüßt werden. Auch der Ehrenpräsident des BA, Andy Meindl, und der Ehrendpräsident des Automaten-Verband Niedersachsen e.V. (AVN), Uwe Lücker, waren bei der Versammlung anwesend.
In seiner Begrüßungsansprache kritisierte Detlev Graß, dass von dem im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankerten Grundsatz der Gewerbefreiheit für unsere Branche nur noch wenig übrig geblieben sei. Seinen Mitgliedern versprach er, dass der NAV alles dafür tun wird, damit das Jahr 2017 für die Branche kein Schlusspunkt, sondern ein neuer Anfang sein wird.

Auch Internes gab es zu berichten. Verstärkt wird das Team der NAV-Führung ab sofort durch den branchenerfahrenen Verbandsjustitiar RA Dr. Florian Heinze, der mit seiner Kanzlei den NAV-Mitgliedern ein breites Service-Spektrum bieten kann. RA Dr. Heinze ist ebenso Justitiar des Automaten-Verband Niedersachsen e.V. (AVN) und zudem als Lehrbeauftragter der Hochschule Weserbergland tätig, auch IHK-Schulungen führt RA Dr. Heinze durch.
In seiner Ansprache berichtete BA-Präsident Thomas Breitkopf über die ersten Monate seiner Amtszeit. „Es ist uns gelungen, den Vorstand durch die Zuteilung verschiedener Zuständigkeiten so auszurichten, dass gute und qualifizierte Arbeit geleistet werden kann.“ Breitkopf, der selbst auch in Bremen als Unternehmer tätig ist, betonte, dass er in der neuen Funktion als Präsident des BA Verantwortung übernommen habe, weil er fest davon überzeugt ist, dass man sich einbringen muss, wenn es nach 2017 erfolgreich weitergehen soll. Auch jeder einzelne Unternehmer solle, nach Vorstellung des BA-Präsidenten, darüber nachdenken, ob er nicht etwas Zeit in die Verbandsarbeit investieren könne.  „Je mehr sich politisch engagieren, umso mehr kann für die gesamte Branche erreicht werden“, so Thomas Breitkopf.
In den letzten Monaten hat der neue BA-Vorstand Abstimmungsgespräche mit allen Verbänden der Branche geführt. So auch mit dem im letzten Jahr gegründeten Branchen-Dachverband „Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V.“ (DAW), der sich im politischen Raum für den Erhalt des gewerblichen Automatenspiels einsetzen soll. Breitkopf begrüßte, dass für die Landesverbände die neuen DAW-Länderreferenten als Dienstleister zur Unterstützung der politischen Arbeit zur Verfügung stehen. Wichtig dabei ist, dass hier eine enge Abstimmung mit dem Vorstand des Landesverbandes gegeben ist sowie eine Koordination über den BA erfolgt, betonte Breitkopf.
 
Abschließend lud Thomas Breitkopf die Mitglieder des NAV zur Ersten Öffentlichen BA-Präsidiumssitzung ein, die am 09. September in Berlin stattfinden wird und ein abwechslungsreiches Programm für die Teilnehmer bereithält.
 
Detlev Graß berichtete seinen Mitgliedern über die Vorstandsarbeit des NAV. Hierbei ging er u.a. auf aktuelle Fragen bezüglich der Härtefallregelung ein und erklärte, dass sich zur Zeit herauskristallisiert, dass hierfür in der Regel Mietverträge, Investitionen und Immobilienkäufe jeweils vor dem Jahr 2011 relevant sind.  Graß betonte die Wichtigkeit persönliche Kontakt zu den Entscheidungsträgern zu suchen und aufzubauen. Schließlich versprach er, dass der NAV auch weiterhin aktiv ist und sich z.B. in die Arbeitsprozesse der neuen Landesregierung einbringen wird. Auch soll die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Niedersachsen intensiviert werden.

Der Verbandjustitiar, RA Dr. Heinze, referierte im Anschluss daran zur Spielverordnung (SpielV). Hierzu führte er aus, welche Änderungen sich durch die Novellierung im vergangenen Jahr ergeben haben.
 
Der Tätigkeit des Branchen-Dachverbandes DAW widmete sich anschließend RA Georg Stecker, der Sprecher des DAW-Vorstandes. Seit Bestehen der DAW wurden einige Veränderungen angestoßen, die nicht immer bequem, aber notwendig gewesen sind. „Ziel der DAW ist es, die Branche zusammen zu bringen und zu stärken“, so Stecker. Als hervorragende Plattform zum Austausch mit Politik, Verwaltung und Wissenschaft sowie als Ausdruck des Zusammenhalts in der Branche bewertete der DAW-Sprecher den diesjährigen DAW-Summit in Berlin. Für die Zukunft  sieht er eine elementare Aufgabe der Branche im Vertrauensaufbau gegenüber der Politik. „Es muss im Bewusstsein der Entscheidungsträger verankert werden, dass eine Schwächung des legalen Spiels zugleich eine Stärkung der illegalen Angebote bedeutet! Dies dürfen wir nicht zulassen“, so der Sprecher des DAW-Vorstandes.
 
Zu Neuerungen rund um das Sozialkonzept sprachen Dirk Lamprecht und Grit Giebelhausen von der AWI und erläuterten hierzu detailliert und kompetent, was die Aufstellunternehmer in Bremen zu beachten haben. Die Umsetzung des Sozialkonzeptes ist auch für die Aufstellung in der Gastronomie wichtig. Hier ist es so aufgebaut, dass sich Aufstellunternehmer und Gastronom die Verantwortung für den Spieler- und Jugendschutz teilen. Der Aufstellunternehmer ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass der Gastwirt die korrekten „Spielrelevanten Informationen“ ausliegen hat.
 
Ein prägendes Branchenthema seit fast zwei Jahren ist die Zertifizierung von Spielstätten. Dieses ist nun mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es nicht mehr nur ein abstraktes Thema in der Verbändediskussion ist, sondern Relevanz für den einzelnen Aufstellunternehmer besitzt. In einem kurzen Vortrag stellte BA-Geschäftsführerin Simone Storch zwei Warum-Fragen und lieferte dazu die Antworten: Warum treiben die Verbände die Zertifizierung so nach vorne? Warum sollte sich ein Unternehmen, das sowieso schon gut funktioniert, überhaupt zertifizieren lassen? „Zertifizierung ist für den einzelnen Unternehmer, aber gleichzeitig auch für die gesamte Branche, eine Möglichkeit, um durch verbriefte Qualität und eine Prüfung nach unabhängigen Standards, gegenüber Politik und Öffentlichkeit Glaubwürdigkeit zu erlangen. Wer eine Zertifizierung mit Fokus Jugend und Spielerschutz bestehen will, muss sich richtig anstrengen. Hier erfolgreich zu sein, bedeutet eine klare Abgrenzung von den „schwarzen Schafen“ ab.“, so Storch. „Und für einen guten Unternehmer gilt eben auch: Nichts ist so gut, als dass man es nicht noch besser machen kann. Nutzen Sie also die professionelle Unterstützung der Prüf-Organisationen, um  Ihren Laden in Ordnung zu bringen!“

Anschließend stellten Vertreter des TÜV Rheinland sowie des TÜV InterCert Saar ihre Zertifizierungskonzepte vor und erläuterten die jeweiligen Prüfkriterien. Informationen zur Zertifizierung des TÜV InterCert Saar können Sie zudem auf der Homepage www.spielzert.de abrufen.
 
Mit grundsätzlichen Fragen der weiteren Branchenentwicklung befasste sich VDAI-Vorsitzender Paul Gauselmann. Zu den Teilnehmern der NAV-Mitgliederversammlung sprach er weniger als Vertreter der Industrie, sondern mehr als Aufstellunternehmer. „Die Aufstellerschaft muss in den Ländern aktiv werden“, so Gauselmann. Als gutes Beispiel dafür, dass sich Einsatz lohnen kann, nannte er die Entwicklung in Rheinland-Pfalz. Die Einführung des OASIS Sperrsystems in Hessen wiederrum hätte jedoch gezeigt, dass die „guten“ mit Umsatzeinbußen leben mussten und diejenigen, die sich nicht an die Regeln gehalten haben, ihren Umsatz steigern konnten. „Es darf doch nicht sein, dass die Spreu sich auf dem Markt breit macht und der Weizen dagegen verblüht.“ Um dem entgegenwirken zu können, muss Einigkeit in der Branche das oberste Gebot sein, mahnte Gauselmann. Zudem versprach er, dass die Industrie weiter an der Verbesserung der Sicherheit der Geldspielgeräte arbeiten werde.
Besonderen Wert legt  der ostwestfälische Unternehmer auch auf die automatenspezifische Ausbildung. So konnte er berichten, dass mit Reinhard Kirchner einer seiner ersten Azubis aus dem Jahr 1973 heute im Vorstand des NAV sitzt. „Das zeigt doch, dass die Ausbildung für ihn der richtige Weg war“, so Gauselmann abschließend mit einem Augenzwinkern.
 
Mit Ausführungen von RA Dr. Heinze zu aktuellen Rechtsproblemen sowie einer Präsentation des NAV-Partners Merlato ging die Mitgliederversammlung zu Ende. Für die Teilnehmer war es eine inhaltlich sehr vielschichtige und professionell organisierte Veranstaltung.
 
Der Tag fand anschließend bei einem gemütlichen Grillabend und der Möglichkeit für einen Austausch im Kollegenkreis einen ruhigen Ausklang.  Der NAV-Vorstand – allen voran Detlev Graß – hat ganze Arbeit geleistet. Die hervorragende Qualität der Versammlung wurde auch durch die Mitglieder positiv wahrgenommen.

Mit freundlichen Grüßen

Simone Storch
Geschäftsführerin

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
+49 30 726255-00
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